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© H. Weihrauch (dpa)


Stellen Sie sich vor, ein Kind, ein Jugendlicher verliert den Vater oder die Mutter, einen Bruder, eine Schwester oder einen guten Freund durch den Tod. Mit wem kann dieses Kind sprechen? Freunde und Klassenkameraden ziehen sich oft zurück, wissen nicht, was sie sagen, wie sie sich verhalten sollen. Auch in der Familie ist es schwer, miteinander über den Tod zu sprechen. Häufig sind die Angehörigen vollkommen erdrückt von ihrem eigenen Schock, ihrer Trauer und dem Gefühl des Verlusts.

Unsere Gesellschaft steht Trauernden heute meist hilflos gegenüber. Traditionelle Umgangsformen mit dem Tod und Trauerrituale sind in Vergessenheit geraten. Statt dessen bemühen wir uns, mit Trauer und Verlust möglichst schnell „fertig zu werden“. Trauer wird als etwas Unangenehmes, ja sogar Krankhaftes angesehen, das mit aller Kraft zu meiden und zu verdrängen ist. Unverarbeitete Trauer kann jedoch psychische und soziale Probleme zur Folge haben – gerade bei Kindern und Jugendlichen.

Bei DOMINO - Zentrum für trauernde Kinder e.V. finden Kinder und Jugendliche eine Vertrauen einflößende, geschützte Umgebung, in der es ihnen möglich ist, ihre Trauer auszudrücken. Hier wird sie gehört und akzeptiert. Hier können sie ihre Gefühle mit anderen Kindern oder Jugendlichen teilen. Sie erfahren, dass sie weder allein noch „anders“ sind.

Kindern das Trauern erleichtern


Kinder trauern anders als Erwachsene. Momente tiefer Trauer wechseln ab mit längeren Phasen der Unauffälligkeit. Es ist wie ein Hinein- und Herausschlüpfen aus dem Trauerprozess. Kinder drücken Trauer nicht immer mit Worten aus, oft besteht ihre Trauerarbeit in Spielen, Malen, Schreien. Wir stellen ihnen hierfür kreative Ausdrucksformen, Methoden und Techniken zur Verfügung, aber auch Sandsäcke, „Wutbrocken“ und „Zornziegel“ zum gezielten Abbau ihrer Aggression und Wut.

Trauernde Jugendliche


Trauernden Jugendlichen wird in separaten Gruppen ein flexibles Programm geboten, in dem sie die Trauerangebote mitgestalten können und viel Raum für Gespräche haben.

„Lange saßen sie dort und hatten es schwer,
doch sie hatten es gemeinsam schwer,
und das war ein Trost.
Leicht war es trotzdem nicht.“

(Astrid Lindgren)
© W. Köpke (NDR)